Im Arbeitsübereinkommen für Niederösterreich das Landes ÖVP und FPÖ kürzlich geschlossen haben, ist im Kapitel Verkehr auf Seite 30 der selektive zweigleisige Ausbau der Franz-Josefs-Bahn verankert. Konkret lautet der Punkt: Attraktivierung der Franz-Josefs-Bahn durch einen selektiven zweigleisigen Ausbau zwecks Taktverdichtung; zusätzliches Augenmerk liegt auf dem Einsatz qualitativ hochwertiger Garnituren und der Modernisierung von Haltestellen und Bahnhöfen. SPÖ Bezirksvorsitzender Stefan Hinterberger ist zwar über dieses konkret festgeschriebene Vorhaben im NÖ Arbeitsübereinkommen erfreut, fragt sich aber: „Haben ÖVP und FPÖ auf den zweigleisigen Ausbau der Nordwestbahnstrecke völlig vergessen?“
Zur Erinnerung: Im Landtagswahlkampf hat sich die SPÖ zum wiederholten Male für den zweigleisigen Ausbau der Nordwestbahnstrecke zwischen Stockerau und Retz stark gemacht. Nach Gesprächen mit mehreren Fachleuten hat Hinterberger festgestellt: „Der zweigleisige Vollausbau ist machbar und sinnvoll!“ Die SPÖ im Bezirk setzt sich seit Jahren für einen zweigleisigen Vollausbau ein. Hinterberger ist überzeugt, dass nur dieser echte Vorteile für die PendlerInnen und die Region bringt. Auch für Betriebe würde der Standort dadurch aufgewertet werden, hofft Hinterberger auf Arbeitsplätze in der Region.
Neben schnelleren Verbindungen z.b. durch den Wegfall des Abwartens von Gegenzügen oder bei Verspätungen, gibt es aber auch viele weitere Vorteile die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Wenn ein zweigleisiger Ausbau durchgeführt wird, könnten Baustellen bzw. Wartungen & Inspektionsarbeiten auch unter Tags durchgeführt werden, weil ein Gleis weiter wie bisher zur Verfügung stünde und der Betrieb als Ersatzbetrieb fortgeführt werden kann. Dann müsste auch kein Schienenersatzverkehr bei Bautätigkeiten eingeführt werden. Hinterberger erklärt einen weiteren Vorteil: „Dies würde jene Mitarbeiter*innen entlasten, die bei derartigen Arbeiten mitwirken, da weniger Nacht- und Wochenendstunden notwendig wären, so hätten diese zum Beispiel mehr gemeinsame Zeit mit ihren Familien.
Dass offensichtlich weder von den ÖVP Mandatar Richard Hogl noch von FPÖ Bezirksspitzenkandidat Michael Sommer der Hinweis gekommen ist, dass der zweigleisige Ausbau der Nordwestbahnstrecke im Arbeitsübereinkommen festgeschrieben werden sollte, ist für Hinterberger auf ganzer Linie enttäuschend. Möglich sei natürlich auch so Hinterberger, dass die beiden den Punkt zwar eingebracht haben, in ihren Reihen aber kein Gehör gefunden haben. Im Arbeitsabkommen zumindest, sucht man den Punkt zweigleisiger Ausbau der Nordwestbahn vergebens.