Laut einer Befragung der Statistik Austria (Anm.: mit Datenstand 5.12.2023) können es sich 11,3
Prozent der niederösterreichischen Haushalte nicht mehr leisten, ihr Haus bzw. ihre Wohnung angemessen
warm zu halten. „Das wären auf Hollabrunn umgelegt fast 2.600 der 22.860 Haushalte“,
machen die SPÖ-Bezirksparteivorsitzenden Stefan Hinterberger und Richard Pregler eindrucksvoll
klar: „In einem der reichsten Länder der Welt darf keine Hollabrunnerin und kein Hollabrunner vor
die Entscheidung gestellt werden, zwischen einer warmen Mahlzeit am Tag oder einem geheizten
Dach über dem Kopf wählen zu müssen.“
Die befragten Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher aus der Statistik Austria-Umfrage
können sich zu einem großen Anteil von 44 Prozent auch die Energie für Heizen, Warmwasser, Kochen,
Kühlung, Licht oder für Haushaltsgeräte nur noch leisten, weil sie den Verbrauch verringert
haben. Angewendet auf den Bezirk Hollabrunn, würde das bedeuten, dass rund 10.000 der 22.860
Haushalte dementsprechend nur noch eben mal so, durch weniger geheizte Räume, weniger
warme Duschen oder die Zubereitung von weniger warmen Mahlzeiten über die Runden kommen,
können die beiden Bezirksvorsitzenden von vielen Gesprächen in den vergangenen Tagen
berichten: „Die Menschen können sich – auch aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise,
Wohnkosten, etc. – das Leben immer weniger leisten. Das müssen wir als Warnsignal sehen und
gerade in der kalten Jahreszeit dafür sorgen, dass kein Kinderzimmer ungeheizt bleibt.“
„Gerade Energieversorger, die sich mehrheitlich in Landesbesitz befinden, haben hier einen
besonderen Auftrag. Nicht die Vermehrung von Spitzenpositionen – dotiert mit einer 600.000
Euro-Gage – darf hier im Vordergrund des Handelns stehen, sondern die Absicherung der Hollabrunnerinnen
und Hollabrunner“, spielen Hinterberger und Pregler auf den erst kürzlich neu
geschaffenen dritten Vorstandsposten beim Landesversorger EVN an: „Die Energiekosten sind
ein wesentlicher Preistreiber und die überhöhten Preise für Energie führen dazu, dass Energiekonzerne
massive Übergewinne einfahren. Die Gewinne von Unternehmen, die Energie liefern und
verkaufen, sprudeln. Alleine die EVN hat für das Wirtschaftsjahr 2022/23 eine Verdoppelung ihres
Gewinnes auf über eine halbe Milliarde Euro vermeldet.“
Herta Poisinger, Volkshilfe-Obfrau des Bezirks Hollabrunn, bestätigt die Situation: „Jede Woche
erhalten wir eine Anfrage um finanzielle Unterstützung, da Familien oder alleinstehende Personen
die finanziellen Anforderungen nicht mehr bewältigen können. Waren es früher die Leute die keiner
geregelten Arbeit nachgingen, ist es jetzt vor allem die Mittelschicht, die sich das Leben trotz
eines Jobs nicht mehr leisten kann.“
Gemeinsam mit dem Landesparteivorsitzenden der SPÖ NÖ, Kontroll-Landesrat Sven Hergovich,
verlangen Stefan Hinterberger und Richard Pregler abschließend: „Energiearmut muss endlich der
Vergangenheit angehören. Schwarz-Blau auf Landesebene und Schwarz-Grün auf Bundesebene
sind gefordert dafür zu sorgen, dass die Grundversorgung gesichert und für jeden leistbar ist.
Die Gewinne müssen den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern zugutekommen. Sie
waren es auch, die unfreiwillig durch die extreme Preissteigerung, dazu beitragen mussten.“