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SPÖ Bauern NÖ: Rettungsschirm statt Existenzangst – Breites Bündnis gegen Ausbreitung der Amerikanischen Rebzikade und der Goldgelben Vergilbung

04.05.2026
St. Pölten / Weinviertel – Die Ausbreitung der Amerikanischen Rebzikade und der Goldgelben Vergilbung (GFD) entwickelt sich zur existenziellen Bedrohung für den niederösterreichischen Weinbau. Die SPÖ Bauern NÖ fordern in einer aktuellen Stellungnahme zur neuen Landesverordnung (F1-LEG-133/001-2026) massive Nachbesserungen: Wer Winzer per Gesetz zur Rodung zwingt, muss sie auch entschädigen.
Die Lage in den Weingärten von der Wachau über die Thermenregion bis ins Weinviertel spitzt sich zu. Die neue Verordnung des Landes sieht drastische Maßnahmen vor, wälzt die Lasten aber einseitig auf die Betriebe ab. „Die Verordnung verpflichtet zur Vernichtung der Produktionsgrundlage, schweigt aber zur finanziellen Abfederung. Das ist für unsere Winzer existenzbedrohend“, warnt BKR Ernst Wagendristel, Vorsitzender der SPÖ Bauern NÖ.
Bioweinbau steht vor dem Aus
 
Besonders prekär ist die Situation für Biobetriebe. Da es kaum wirksame, zugelassene Mittel gegen die Rebzikade im Bio-Bereich gibt, droht hier ein Kahlschlag. Die SPÖ Bauern fordern daher eine Abkehr von ideologischen Scheuklappen und die sofortige Notfallzulassung biologisch verträglicher Wirkstoffe. „Wer den Bioweinbau politisch will, darf ihn in dieser Krise nicht im Stich lassen“, so der Tenor der Stellungnahme.
 
Regionaler Alarm aus dem Weinviertel
Die Bezirksvorsitzenden der betroffenen Regionen unterstreichen die ökonomische Tragweite:
  • NR Melanie Erasim (Mistelbach): „In Zentren wie Poysdorf oder Drasenhofen vernichtet eine Rodungspflicht ohne Ausgleich ganze Lebenswerke. Das Land darf die Winzer nicht im Regen stehen lassen.“
  • LAbg. Rene Zonschits (Gänserndorf): „Die Bekämpfung ist fachlich notwendig, aber sie braucht eine finanzielle Begleitung. Wir fordern eine Forschungsoffensive für resistente Rebsorten und biologische Methoden.“
  • Stefan Hinterberger (Hollabrunn): „Gerade für Klein- und Nebenerwerbswinzer, die unser Landschaftsbild prägen, ist eine Rodung ohne Entschädigung der sichere Todesstoß. Sie haben keine Kapitalrücklagen für solche Krisen.“
 
Das Forderungspaket der SPÖ Bauern NÖ
Um eine irreversible Strukturkrise abzuwenden, fordert das Bündnis einen Schutzschirm mit klaren Eckpunkten:
  1. Faire Rodungsentschädigung: Eine sofortige Entschädigung von mindestens 17 Euro pro entferntem Rebstock sowie eine Regelung für den mehrjährigen Ertragsausfall.
  2. Unterstützung bei der Bekämpfung: Zuschüsse für die nun verpflichtenden Insektizidbehandlungen und gezielte Förderprogramme für biologische Pflanzenschutzstrategien.
  3. Forschung & Monitoring: Massive Aufstockung der Mittel für Frühwarnsysteme und die Entwicklung nachhaltiger Bekämpfungsmethoden.
„Unser Wein ist das kulturelle und wirtschaftliche Fundament Niederösterreichs. Wenn die Behörde die Zerstörung von Rebstöcken anordnet, um die Allgemeinheit vor einer Epidemie zu schützen, muss sie auch für den Schaden geradestehen“, erklärt Wagendristel abschließend. Die Zeit des Abwartens ist vorbei – es braucht eine praxisnahe und finanziell abgesicherte Strategie.

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