SPÖ Bezirksvorsitzender Stefan Hinterberger ist so richtig sauer: „Die ÖVP-Grüne Regierung hat die geblockte Altersteilzeit mit Zustimmung der NEOS de facto abgeschafft. Beschlossen wurde im Nationalrat ein Auslaufen der Förderungen bis 2029 – ohne staatliche Unterstützung ist die geblockte Altersteilzeit für Betriebe wohl kaum leistbar. Die Abschaffung der geblockten Altersteilzeit ist eine „Watschn“ für ältere Arbeitnehmer*innen im Bezirk!“
Zur Erklärung: die Altersteilzeit ermöglicht es Arbeitnehmer:innen, fünf Jahre vor ihrem Pensionsantrittsalter (Männer frühestens ab 60, und Frauen frühestens ab 55) Teilzeit zu arbeiten. Der Lohnverlust wird zur Hälfte vom Staat ausgeglichen. Vereinfacht gesagt: 50 Prozent der Arbeit für 75 Prozent des realen Gehalts. Soweit soll es auch bleiben. Das Aus kommt jetzt aber für die geblockte Version: Dort hatten die Arbeitnehmer bis jetzt die Möglichkeit, zum Beispiel ein Jahr Vollzeit zuarbeiten und dafür aber ein Jahr früher ohne Abschläge in die Pension zu gehen.
Die geblockte Teilzeit war aber eine wichtige Stütze, um noch ein, zwei Jahre durchzuhalten, wie Richard Pregler, ebenfalls SPÖ Bezirksvorsitzender, erklärt. Die neue Regelung trifft vor allem jene, die ihr Leben lang in körperlich anstrengenden Berufen gearbeiteten haben. Sie werden, weil sie aufgrund gesundheitlicher Problemen nicht in der Lage sind, länger zu arbeiten, künftig Abschläge bei der Pension in Kauf nehmen müssen.
In manchen Branchen funktioniere aber nur die geblockte Altersteilzeit, sind sich Pregler und Hinterberger einig. Bauarbeiter zum Beispiel nahmen die Altersteilzeit nur in der geblockten Variante wahr, denn diese könnten zwar auch halbtags auf der Baustelle arbeiten, aber müssten dann, wie es bei vielen Firmen üblich ist, im Mannschaftsbus von Mittags bis Dienstschluss warten bis die Kolleg*innen fertig sind und es ab nach Hause geht. Auch für Lokführer und Schaffner stellt sich Hinterberger diese Regelung schwierig vor. Denn mitten unter der Fahrt kann weder ein Lokführer noch ein Schaffner einfach aussteigen, die Dienstpläne sind in der Regel auf Vollzeitstellen abgestimmt.“