In Österreich ist jede dritte Frau von körperlicher und/oder sexueller Gewalt innerhalb oder außerhalb von intimen Beziehungen betroffen. Im Jahr 2024 gab es bis dato 26 Femizide und 39 Mordversuche und Fälle schwerer Gewalt an Frauen (Stand 19.11.2024). Kaum ein Tag vergeht, ohne dass einer Frau Gewalt angetan wird. Im Jahr 2023 gab es in Österreich 15.191 Betretungs- und Annäherungsverbote. „Frauen haben das Recht auf ein sicheres und selbstbestimmtes Leben frei von Angst. Stoppen wir Gewalt an Frauen!“ sagt Göllersdorfs SPÖ Frauenvorsitzende Uschi Stemberger klar und deutlich. Hilfe bieten die Gewaltschutzzentren in den Bundesländern, Frauenhäuser sowie die Frauen- und Mädchenberatungsstellen in Österreich. Es liegt an patriarchalen Gesellschaftsstrukturen, dass das Thema Gewalt in Partnerschaften tabuisiert wird und deswegen Frauen oft aus Scham nicht über ihr Leiden reden wollen.
Unter dem Motto „Die Scham muss die Seiten wechseln“ machen die SPÖ-Frauen in den „16 Tagen gegen Gewalt“ vom 25. November bis 10. Dezember in ganz Österreich bei Aktionen und Veranstaltungen auf das Thema Gewaltschutz aufmerksam. Uschi Stemberger und die SPÖ Frauen Göllersdorf haben deshalb bei einer in Göllersdorf viel befahrenen Kreuzung beim Feuerwehrhaus ein Großplakat aufgestelllt um auf das Thema aufmerksam zu machen. Unterstützung erhalten die SPÖ Frauen Göllersdorf von der Landesfrauenvorsitzenden Elvira Schmidt. Auch Rudolf Silvan, NÖ Gewerkschafter im Parlament und Otrsparteivorsitzender Hinterberger unterstützen diese wichtige Aktion.
Die Kampagne bezieht sich auf eine Aussage der Französin Gisèle Pelicot im Gerichtssaal in Avignon im September 2024. Dominique Pelicot hat gestanden, seine Frau zwischen 2011 und 2020 immer wieder mit Schlafmitteln betäubt und vergewaltigt zu haben. In mindestens 92 Fällen waren auch fremde Männer beteiligt, 50 von ihnen konnten identifiziert werden und sind mitangeklagt. Die Aussagen von Gisèle Pelicot sind deswegen so bemerkenswert, weil sie öffentlich macht, was ihr angetan wurde, weil sie ihr Gesicht zeigt, sich als Opfer nicht versteckt. Damit macht sie anderen Frauen Mut. Die Kampagne der SPÖ-Frauen „Die Scham muss die Seiten wechseln“ soll dazu beitragen, den Fokus auf die Täter und ihre Schuld zu legen.
Hier noch ein paar wichtige Kontakte für betroffene Frauen:
Frauenhelpline 0800 222 555
Polizei: 133 oder 112
SMS Polizei: 0800 133 133
Männerberatung: 01 603 28 28
Zahlen, Daten, Fakten:
Quelle: Autonome Österreichische Frauenhäuser, Gewaltschutzzentren Österreich
• In Österreich ist jede dritte Frau von körperlicher und/oder sexueller Gewalt innerhalb oder außerhalb von intimen Beziehungen (erlebt ab dem Alter von 15 Jahren) betroffen – laut Statistik sind es nahezu 35% der weiblichen Bevölkerung. (Quelle: Statistik Austria, 2021)
• Mehr als jede vierte Frau musste eine Form von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz erfahren (26,59%).
• Mehr als jede fünfte Frau ist von Stalking betroffen (21,88%).
• 2023 gab es 15.191 Betretungs- und Annäherungsverbote in Österreich. (Quelle: Gewaltschutzzentren, Tätigkeitsberichte 2023)